Altersvorsorge für Frauen

Frauen benötigen optimale Rentenvorsorge

Altersarmut, Rentenlücke und geringere Einkommen als Männer - das Thema Altersvorsorge sollte für Frauen im Fokus stehen. Doch nur wenigen ist bewusst, dass die eigene Altersabsicherung unzureichend ist. Auch die Hinterbliebenenversorgung reicht zum Leben nicht aus. Worauf Frauen bei der Altersvorsorge achten sollten und warum eine Beratung notwendig ist, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Frauen mit Rentenlücke droht Altersarmut

Frauen verdienen weniger als männliche Berufskollegen. Im Schnitt muss sich das weibliche Geschlecht mit fast einem Viertel weniger Gehalt für den gleichen Job zufrieden geben. Aus der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten sie daher auch eine geringere Rente. Im Schnitt steht Frauen nur die Hälfte an gesetzlicher Rente zur Verfügung wie Männern. Zugleich geben viele Frauen für die Kindererziehung oder die Pflege von Familienangehörigen ihre berufliche Tätigkeit zumindest für eine begrenzte Zeit auf. Auch hieraus resultieren geringere Rentenansprüche. Frauen arbeiten zudem häufiger auf 400 Euro-Basis oder in Teilzeitjobs. Kein Wunder, dass den Betroffenen in der Rente Altersarmut droht.

Dies wird auch beim Blick auf die aktuellen Zahlen deutlich. Der aktuelle Rentenbericht der Bundesregierung führt für das Jahr 2010 eine durchschnittliche Altersrente für Frauen von 543,82 Euro auf. Männer erhalten hingegen fast 977 Euro. Die unterschiedliche Rentenhöhe lässt sich vor allem dadurch erklären, dass Männer rund 41 Jahre lang in die Rentenkasse einzahlen, Frauen jedoch lediglich knapp 30 Jahre. Übrigens weichen die Rentenzahlungen zwischen den Frauen in West- und Ostdeutschland ab. Der durchschnittliche Rentenzahlbetrag liegt im Westen bei 558,28 Euro, im Osten hingegen bei 699,31 Euro im Monat.

Trotz der stärkeren rentenrechtlichen Berücksichtigung von Kindererziehung und Pflege droht Frauen eine dramatische Versorgungslücke im Alter. Ein Großteil der Frauen dürfte künftig eine Rente unterhalb des Grundsicherungsniveaus erhalten. Nach aktuellen Berechnungen erhalten Minijobber nach 45 Versicherungsjahren ein Altersgeld von 139,95 Euro im Monat. Wird der Rentenbeitrag aufgestockt, steht immerhin 182,70 Euro zur Verfügung. Für die Aufrechterhaltung des Lebensstandards dürfte dies zu wenig sein. Auch aus diesem Grund plant die Bundesregierung die Einführung der Zuschussrente. Trotzdem bleibt die Altersvorsorge von Frauen alarmierend. Ohne private Verträge kann das Einkommen im Alter nicht zufriedenstellend ausfallen.

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Gesetzliche Rente im Sinkflug

Selbst wenn Frauen einen Job mit überdurchschnittlicher Bezahlung ausüben, wird die Rente allein kaum für den Lebensabend ausreichen. Selbst die Bundesregierung fordert dazu auf, privat für das Alter vorzusorgen. Durch die bereits beschlossenen Rentenreformen fallen die Altersbezüge künftig geringer aus. So muss künftig ein immer größerer Anteil der gesetzlichen Rente versteuert werden. Ab 2040 unterliegt das Ruhegeld voll der Besteuerung. Gleichzeitig steigt die Belastung durch die Kranken- und Pflegeversicherung. Auch die stetige Geldentwertung nagt an der Kaufkraft der Rente.

Bereits jetzt fallen die Rentenansprüche von Frauen geringer aus als die der Männer. Wer z.B. über einen Zeitraum von 30 Jahren 2.000 Euro brutto im Monat verdient hat, verfügt im Ruhestand lediglich über eine Rente von 635 Euro im Monat. Wenn die Versicherungsdauer nur 25 Jahre beträgt, liegt der Rentenanspruch sogar nur bei ca. 530 Euro im Monat. Damit können die Ausgaben für Miete, Lebenshaltung und Versicherungen nicht getragen werden. 

Durch die Anhebung der Altersgrenze können Frauen künftig erst mit 67. Jahren eine abschlagsfreie Altersrente beziehen. Wer früher in den Ruhestand treten möchte, muss empfindliche Kürzungen hinnehmen. Kein Wunder, dass die Gewerkschaften die Rente mit 67 auch als versteckte Rentenkürzung kritisieren. Doch die größte finanzielle Belastung kommt auf die umlagefinanzierte Rentenkasse durch den demografischen Wandel noch auf uns zu. Bereits jetzt wird ein Drittel der Rentenausgaben über Steuermittel finanziert. Bei immer mehr Älteren und einer immer längeren Rentenbezugsdauer muss der Steueranteil massiv steigen, um die Renten im gleichen Umfang bezahlen zu können. Oder die Renten fallen künftig geringer aus. Als dies macht die Notwendigkeit der privaten Altersvorsorge für Frauen deutlich.

Partnerunabhängige Altersvorsorge für Frauen

Traditionelle Rollenmuster haben ausgedient. Es ist nicht immer nur der Mann, der heutzutage Geld für den Haushalt beisteuert. Andererseits hat die Familie als Modell des Zusammenlebens nicht mehr den Stellenwert früherer Jahre. Inzwischen wird im Schnitt jede zweite Ehe geschieden. Damit können sich Frauen nicht darauf verlassen, dass sie im Alter "ausgesorgt" haben und vom Ehemann versorgt werden. Im Falle einer Trennung erhalten Frauen zwar die Hälfte der Rentenansprüche aus den Ehejahren. Aber meist können sie keiner eigenen Beschäftigung nachgehen, weil sie die Kinder betreuen. Daher sind vor allem Alleinerziehende von Altersarmut betroffen.

Im Grund müssen daher vor allem Frauen etwas auf die hohe Kante legen. Dabei gilt: Je früher man damit startet, desto mehr Geld steht für die Rente zur Verfügung. Die private Vorsorge sollte grundsätzlich in jeder Lebensphase aufrecht erhalten werden. Denn wer eine Kinderpause einlegt, verringert seine gesetzlichen Rentenansprüche. Im Idealfall unterstützt der Partner die Frau mit einer eigenständigen Altersvorsorge, um die durch die Erziehung hingenommenen "Rentenverluste" auszugleichen.

Wie kann die Altersvorsorge für Frauen erfolgen?

Was können Frauen für die Altersvorsorge tun? Mit welchen Instrumenten lässt sich unabhängig vom Ehepartner und der gesetzlichen Rentenversicherung ein Ruhepolster aufbauen? Idealerweise beginnen Sie bereits in jungen Jahren, z.B. während der Ausbildung, mit dem Aufbau einer eigenständigen und partnerunabhängigen Vorsorge. Auf bei geringem Einkommen sollten Sie mit der Rentenvorsorge beginnen. 

Im ersten Schritt steht die Analyse der bereits bestehenden Rentenansprüche durch gesetzliche, betriebliche oder private Verträge. Durch den Vergleich mit der gewünschten bzw. erforderlichen Rente ergibt sich die Versorgungslücke. Diese zu schließen sollte zunächst durch die staatliche geförderte Altersvorsorge erfolgen. 

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