Altersvorsorge für Existenzgründer

Informationen zur Planung der Rentenvorsorge

Unternehmer handeln bei der Rentenvorsorge eigenverantwortlich. In der Regel betreiben Existenzgründer die Altersvorsorge über private Rentenverträge. Die wesentlichen Informationen und Tipps zum Kapitalaufbau haben wir zusammengestellt.

Altersvorsorge: Existenzgründer sollten frühzeitig beginnen

Existenzgründer scheiden in der Regel aus der Versicherungspflicht der gesetzlichen Rentenversicherung aus. Damit werden keine weiteren Rentenansprüche für das Alter erworben. Zwar bleiben die angesammelten Anwartschaften bei der Deutschen Rentenversicherung bestehen. Ohne eine zusätzliche private Altersvorsorge droht eine Versorgungslücke im Ruhestand. Inzwischen gibt es verschiedene staatliche geförderte Vorsorgeinstrumente. Der Vorteil: Über den Pfändungsschutz ist das privat gesparte Kapital selbst bei einer Insolvenz geschützt.

Freiberufler und Gewerbetreibende können bei Unternehmensgründung entscheiden, ob sie freiwillig Beiträge an den gesetzlichen Rententräger zahlen möchten. Für freiwillige Rentenversicherte gelten bestimmte gesetzliche Mindestbeträge, die sich an der Bezugsgröße orientieren. Für einige Selbständige gilt eine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rente. Dazu zählen z.B. Handwerker, Künstler und Publizisten. Für diese Gruppen sind der Regel- und Höchstbeitrag gesetzlich vorgegeben.

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Unabhängig davon, ob Schutz über den gesetzlichen Rententräger besteht oder nicht - der frühzeitige Beginn einer privaten kapitalgedeckten Vorsorge zählt für Existenzgründer zur Notwendigkeit. Bereits bei Erstellung des Business-Plans sollten die Kosten für Vorsorgeverträge einkalkuliert werden. Größter Vorteil eines rechtzeitigen Starts: Die Wirkung vom Zinseszinseffekt ist umso ausgeprägter, je länger die Laufzeit der Sparverträge ist. Daher empfiehlt es sich, unmittelbar nach Unternehmensgründung mit der Vorsorge zu beginnen.

Existenzgründer: Wahl der richtigen Altersvorsorge

Die gesetzliche Altersrente - sofern überhaupt ein Anspruch besteht - bildet lediglich eine Grundvorsorge. Für eine ausreichend Absicherung im Alter stehen verschiedene Geldanlagen zur Verfügung:

Freiberufler und Selbständige können mit der Basis-Rente eine steuerbegünstigte Rentenvorsorge vornehmen. Ledige können bis zu 20.000 Euro pro Jahr in einen förderfähigen Vertrag investieren. Über Zusatzversicherungen können Hinterbliebene und sowie das Berufsunfähigkeitsrisiko abgesichert werden. Für Verheiratete steht sogar ein Betrag von bis zu 40.000 Euro zur Verfügung. Das Gute an der Basis- oder Rürup-Rente ist, dass die Beitragszahlungen das zu versteuernde Einkommen mindern. Der Fiskus beteiligt sich also an der Altersvorsorge. Für derartige Verträge besteht zudem ein gesetzlicher Pfändungsschutz. Damit ist sichergestellt, dass das Vorsorgekapital im Falle einer Insolvenz vor der Verwertung geschützt ist und ausschließlich dem Rentenaufbau dient.

Für den Erhalt der staatlichen Förderung müssen die Produkte gewisse "Spielregeln" einhalten. So darf das Kapital frühestens ab dem 60. Lebensjahr abgerufen werden. Die Auszahlungen dürfen nur als lebenslange Rentenzahlungen erfolgen. Eine Abtretung oder Beleihung der Basis-Rente ist ausgeschlossen. Die Versteuerung der Leistungen erfolgt beim Bezug, also mit Rentenbeginn. Da die Steuerlast in der Rente in der Regel geringer als im Erwerbsleben ausfällt, ergibt sich ein Steuervorteil.

Die betriebliche Altersvorsorge ist nur möglich, wenn man als Existenzgründer eine Kapitalgesellschaft gründet. Teile des Gehalts können dann steuerfrei in Rentenansprüche umgewandelt werden. Auch hier gilt das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung.

Sinnvoll ist sicherlich die Kombination aus verschiedenen Produkten zur Altersvorsorge. Daher bietet sich auch der Blick auf private Renten- und Lebensversicherungen an. Diese werden vom Staat nicht gefördert. Allerdings bieten sie ein Höchstmaß an Flexibilität und können als Sicherheiten für eine (Unternehmens-)Finanzierung eingesetzt werden. Investmentfondssparpläne eignen sich vor allem für den kurz- und mittelfristigen Kapitalaufbau.

Tipps zur Altersvorsorge für Existenzgründer

Vor dem Abschluss von langfristigen Vorsorgeverträgen sollten Existenzgründer ein paar Ratschläge beherzigen:

  • Unabhängige Beratung: Versicherungsmakler arbeiten unabhängig von den Interessen einer Versicherung. Sie beantworten sämtliche Fragen rund um die Altersvorsorge und vergleichen die Anbieter.
  • Budget ermitteln: Für die Rentenvorsorge sollte bereits bei Unternehmensgründung ein Geldbetrag veranschlagt werden. Als Faustformel bieten sich zwischen 7 und 10 Prozent der Umsätze an. Dieser Betrag sollte mindestens für die Rente angespart werden.
  • Vor- und Nachteile: Jeder Vertrag hat seine Vor- und Nachteile. Die steuerliche Förderung geht mit mangelnder Flexibilität einher.
  • Basisrisiken absichern: Vor der Rentenvorsorge müssen bestimmte existenzbedrohende Versicherungen abgeschlossen werden. Dazu zählen die Berufshaftpflicht-, Berufsunfähigkeits- und die Krankenversicherung.

Patentrezepte für die "richtige" Altersvorsorge gibt es nicht. Die Vorsorgestrategie kann nur bei Berücksichtigung der jeweiligen Bedürfnisse geschehen.

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