Airbag-Zertifikate
Airbag-Zertifikate mindern das Verlustrisiko
Sind Airbag-Zertifikate sicherer als andere?
Zertifikate, in denen mehr oder weniger renditefreudige Kapitalanlagen möglich sind, gibt es in vielerlei Varianten. Dazu zählen unter anderem
- Garantie-Zertifikate,
- Basket-Zertifikate,
- Airbag-Zertifikate,
- Discount-Zertifikate,
- Bonus-Zertifikate.
Vergleichbar mit den Rendite-Aussichten der einzelnen Zertifikats-Formen sind auch die Verlustrisiken, die mit der jeweiligen Kapital-Anlage einhergehen. Zu den sichereren Formen gehören neben den Garantie-Zertifikaten unter Umständen auch die Airbag-Zertifikate, denn sie sind mit einem Sicherungspuffer, dem sogenannten Airbag, versehen. Dieser Sicherungspuffer wird durch die Verknüpfung der Anlage mit einem anderen Wert gebildet, einer sogenannten Call-Option. Anleger haben jedoch auch hier die Wahl zwischen Sicherheits- und Renditeaspekten.
Der Wert dieses Sicherungspuffers wird bei der Anlage in den Zertifikaten festgelegt. In der Regel ist er niedriger, als der Basiswert des Zertifikats. Während der Anleger in den Protector-Zertifikaten, wie man diese Anlageform auch nennt, jederzeit von den Kurssteigerungen des Basiswerts, auf den sich die Zertifikate beziehen, profitiert, ist er vor Verlusten durch fallende Kurse geschützt, bis der Sicherungspuffer, der Airbag, aufgebraucht ist. Erst danach wird ein Anleger anteilige Verluste in Kauf nehmen müssen. Unter Umständen kann jedoch der Puffer sehr schnell aufgebraucht sein. Das ist vor allem dann der Fall, wenn der Kurswert so weit fällt, dass er unterhalb des Airbags liegt. Seinen vollen Schutz entfaltet der Airbag erst zum Ende der Laufzeit des Zertifikats.
Varianten der Airbag-Zertifikate
Aufgrund der Charakteristik der Airbag-Zertifikate und ihres engen Zusammenhangs mit externen Anlageformen gibt es verschiedene Kombinations-Möglichkeiten, die insgesamt dazu führen, dass die Zertifikate mit einem geringen Risiko oder mit einer höheren Renditechance verbunden sind. Trotz der Sicherheit der Protector-Zertifikate sind relativ risikofreudige Anlagekombinationen möglich, die mit einer höheren Renditeaussicht einhergehen, als die risikoarmen Kombinationen. Einem erhöhten Sicherheitsaspekt folgt unter Umständen die Plus-Ergänzung. In dieser Kombination werden nicht nur die Verluste durch den Risikopuffer begrenzt, sondern auch die Renditen durch eine Höchstgrenze, den sogenannten Cap. Im Gegenzug dazu kann die Risikominimierung erhöht werden. In der Regel aber ist die Plus-Ergänzung mit einer höheren Rendite unterhalb der Höchstgrenze verbunden und somit eher an einer höheren Rendite orientiert, als am Schutz vor möglichen Verlusten.
Letztendlich sind Airbag-Zertifikate in ihren Rendite-Chancen und Risiken abhängig von der jeweiligen Call-Option, dem Underlying. Dadurch lässt sich zum Beispiel der Basiswert individuell anpassen. Varianten und Abhängigkeiten zwischen Risiko und Rendite bestehen auch bezüglich der Wahl der Anlagebeträge, der Laufzeiten und des zu vereinbarenden Sicherheitspuffers. So sind Sicherheitspuffer denkbar, die 20, 25 oder sogar 50 Prozent betragen, wobei die Beteiligung an der Rendite mit steigendem Airbag sinkt. Je länger die Laufzeit gewählt wird, umso höher wiederum sind die Rendite-Beteiligungen, umso wirkungsvoller kann aber auch der Airbag sein.
Wer sollte Airbag-Zertifikate wählen?
Es sind vor allem sicherheitsorientierte Anleger, die dennoch nicht auf eine überdurchschnittliche Rendite verzichten möchten, die sich für Airbag-Zertifikate entscheiden. Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass das in den Zertifikaten gebundene Kapital während der Laufzeit nicht verfügbar ist. Ein vorzeitiger Verkauf oder eine Rückgabe der Papiere vor dem Ende der Laufzeit kann mit Verlusten verbunden sein, wird aber zumindest eine deutliche Reduzierung der Rendite mit sich bringen. Der Schutz des Airbags greift erst zum Ende der Laufzeit, denn dann werden die Zertifikate zum jeweiligen Tageskurs zurückgegeben und auf diesen Kurs wird der Sicherungspuffer angewendet. Kommt es zu einer vorzeitigen Rückgabe, die obendrein unter Zeitdruck erfolgt, so kann der aktuelle Tageskurs der Zertifikate so ungünstig sein, dass der Sicherungspuffer unterschritten wird.
Die Anlage in Airbag-Zertifikate sollte möglichst zu einem Zeitpunkt erfolgen, wenn mit einem Aufwärtstrend des Basiswerts gerechnet wird. In dieser Situation können die abgesicherten Zertifikate eine hohe Rendite erwirtschaften. Da das Protector-Zertifikat nicht an seitlichen Bewegungen des Basiswerts partizipiert, würde allein eine Stagnation dazu führen, dass eine Rendite nur in geringem Umfang anfallen kann. Anleger, die in ihrer Erwartungshaltung gegenüber dem Basiswert unsicher sind, sollten trotz des Schutzmechanismus auf eine andere Anlageform ausweichen.
Weitere Informationen
- Basket-Zertifikate(nächster Artikel)