Abgeltungssteuer als Risiko
Vorsorgesparen verliert an Attraktivität
Abgeltungssteuer und das Risiko der Anlage
Die Abgeltungssteuer sorgt nach Ansicht von Experten dafür, dass die Geldanlage in Aktien und Fonds in Zukunft weniger attraktiv ist. Vielmehr würde die staatlich geförderte Altersvorsorge in Form von Riester- und Rürup-Sparplänen profitieren. Langfristig müssten die Bürger aufgrund der höheren Renditen in Beteiligungspapiere investieren.
Zudem könnte sich die geplante Höhe der Abgeltungssteuer dämpfend auf das Vorsorgesparen auswirken, befürchtet der Bundesverband Investment und Asset Management e.V. (BVI). Er hält einen Steuersatz von maximal 20 Prozent für gerechtfertigt. Ebenso sollte die geltende Spekulationsfrist auch für bis Ende 2008 abgeschlossene Investment-Sparverträge gelten, die in den folgenden Jahren fortgeführt werden. Bei langjährigen Durchschnittsrenditen am Aktienmarkt von 8 von 9 Prozent kann der Privatanleger nach dem steuerlichen Abzug nur noch Nettorenditen von 6 bis 7 Prozent erwarten.
Ein anderes Problem sieht der Ökonom Reinhold Schnabel (Universität Duisburg-Essen) in der Art der direkten Abführung der Steuer von den Banken an das Finanzamt. Dadurch greife der Staat direkt auf die Konten und Depots der Bürger zu. Damit könne er in Zukunft an der Steuerschraube drehen und verfüge über eine direkte Durchgriffsmöglichkeit auf die Ersparnisse der Bürger.
Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V. (DSW), Ulrich Hocker, befürchtet durch die Abgeltungssteuer eine massive Kapitalflucht aus Deutschland. Eine Vereinfachung sei nicht zu erwarten, allein schon deshalb , weil Bezieher geringer Einkommen, deren persönlicher Steuersatz unter 25 Prozent liegt, auch weiterhin Steuererklärungen abgeben müssten.
Der DSW-Chef fordert für eine sinnvolle Abgeltungssteuer einen moderaten Steuersatz von 15 Prozent und die Beibehaltung des Halbeinkünfteverfahrens sowie die Beibehaltung der Spekulationsfrist.
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