Abgeltungssteuer und die Folgen
Konsequenzen der Abgeltungssteuer?
Private Vorsorge leidet unter Abgeltungssteuer
Mit der Einführung der Abgeltungssteuer setzte der Gesetzgeber die steuerliche Gleichbehandlung von Versicherungen und Investmentfonds um. Erträge werden nachgelagert versteuert, was zu einer Verringerung der Renditen der Geldanlagen führt. Allerdings erfolgt der Zugriff durch den Fiskus bei Produkten der Altersvorsorge im Rentenalter, wo ein geringerer Steuersatz gilt.
Bei Dividendenerträgen kann es zu drastischen Belastungen kommen. Schüttet ein Unternehmen 1.000 Euro Dividende an den Anleger aus, muss er davon derzeit nur die Hälfte zu seinem persönlichen Steuersatz versteuern. Dieses sogenannte Halbeinkünfteverfahren wird mit der Abgeltungsteuer ebenfalls abgeschafft, so dass von 1.000 Euro Dividende 250 Euro Steuer fällig werden.
Für Anleger mit einem persönlichen Steuersatz von 25 Prozent verdoppelt sich damit ab 2009 die Steuerlast auf Dividenden - die 25 Prozent werden auf die gesamte Summe fällig. Für Spitzenverdiener mit 42 Prozent Steuersatz erhöht sich die Belastung durch das pauschale Abgeltungsverfahren dagegen nur geringfügig.
Die langfristigen Folgen der Abgeltungssteuer hängen vom Portfolio ab. Anleger, die Zinsinvestments bevorzugen, erreichen durch die niedrigere Steuerbelastung ein höheres Endvermögen als bisher kalkuliert. Anlegern mit Aktien und Aktienfonds müssen mit weniger Endvermögen rechnen.
Wie sich dies letztlich auf das Anlageverhalten auswirken wird, bleibt abzuwarten. Grundsätzlich sind Anleger gut beraten, eine Anlageentscheidung nicht allein von Steuerargumenten abhängig zu machen. Vielmehr sollte die individuelle Situation im Vordergrund stehen.
Mögliche Entwicklungen durch die Zinssteuer
Durch die Belastung von Aktien und Aktienfonds befürchten Fondsexperten, dass viele Vorsorgesparer ihre Investments in Richtung weniger rentable Anlagen umschichten. Jeder Anleger müsste dann mehr Geld für die Vorsorge investieren oder mit einer geringeren Rente im Alter leben.
Manche Experten gehen sogar so weit, dass der Wirtschaftsstandort Deutschland durch die Abgeltungssteuer geschwächt wird. Der Steuersatz sei im internationalen Vergleich zu hoch. Außerdem könne die Aktienkultur hierzulande schweren Schaden nehmen. Bereits jetzt sind die Aktienquoten im Vergleich zu den angelsächsischen oder skandinavischen Ländern in Deutschland überdurchschnittlich gering.
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