Abgeltungssteuer Anleihen, Sparbriefe
Steuerliche Regeln
Welche Regeln gelten für Anleihen?
Seit dem 1. Januar 2009 gilt die Abgeltungssteuer für Zinserträge aus Anleihen. Auch Kursgewinne für nach diesem Stichtag erworbene Zinspapiere werden mit der Abgeltungssteuer belegt. Steuerfreie Zinserträge und Kursgewinne können bis zur höhe des Sparer-Pauschbetrags vereinnahmt werden.
Eine Ausnahme gilt für Anleihen, die vor dem 01.01.2009 gekauft wurden. Sofern die Spekulationsfirst von 12 Monaten eingehalten wurde, sind die Kursgewinne steuerfrei. Bei einer kürzeren Laufzeit, fällt die Spekulationssteuer an.
Anleihen und Sparbriefe als Gewinner?
Für Spitzenverdiener könnten ab 2009 festverzinsliche Anlagen an Attraktivität gewinnen. Bisher mussten Anleger mit großem Vermögen den Spitzensteuersatz von 42 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer entrichten - vorausgesetzt, der Sparerfreibetrag von 801 Euro inklusive Werbungskosten war bereits ausgeschöpft.
Anstelle des persönlichen Steuersatzes werden ab 2009 lediglich 25 Prozent Abgeltungssteuer erhoben. Bei einer zehnjährigen Bundesanleihe zu 3,75 Prozent steigt die Nachsteuerrendite (bei 42 Prozent persönlichem Steuersatz) dadurch von 2,1 auf 2,8 Prozent.
Alternativ zu klassischen Bundesschatzbriefen haben Anleger auch die Möglichkeit, mit Hilfe von Zerobonds den steuerpflichtigen Kapitalertrag in die Zeit nach der Einführung der Abgeltungssteuer zu verschieben. Auch hier würden dann anstelle des individuellen Steuersatzes lediglich 25 Prozent an Steuern fällig.
Anleger mit einem Steuersatz von unter 25 Prozent können ihre Kapitalerträge weiterhin in der Steuererklärung angeben und bekommen zu viel gezahlte Steuern vom Finanzamt erstattet.
Kritiker befürchten eine Umschichtung in risikoarme, festverzinsliche Wertpapiere zu Lasten von Risikopapieren. Dadurch würden die Anlagerenditen der Sparer im internationalen Vergleich weiter sinken. Zudem könnte dies sogar negative volkswirtschaftliche Folgen haben, wenn sich die Unternehmen vermehrt über Fremd- statt Eigenkapital finanzieren müssten. Aufgrund der langfristig höheren Rendite am Aktienmarkt sollten jedoch Investoren mit langfristigem Anlagehorizont auch weiterhin zu Aktien greifen.
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