Home Bias vermeiden – oder doch eher: „Bleib im Lande und nähre Dich redlich“?

Die Wertpapierdepots privater Anleger sind nach Ansicht vieler Experten sehr einseitig ausgerichtet. Viele Aktionäre haben zu wenig verschiedene Aktien in ihren Portfolios, so dass das Risiko eines einzelnen Unternehmens zu stark durchschlägt.
Acht bis zehn verschiedene Aktien sollten mindestens in einem Aktiendepot enthalten sein, empfiehlt das Deutsche Aktieninstitut, und über die Aktien hinaus sollte auch stets in festverzinsliche Wertpapiere und liquide Instrumente wie z.B. Tagesgeld investiert werden. Das mindert das Risiko, in schlechten Börsenzeiten Aktien verkaufen zu müssen, wenn man unvorhergesehenen Liquiditätsbedarf hat.
Innerhalb des Aktiendepots ist nicht nur eine Streuung über verschiedene Branchen, sondern auch eine internationale Streuung notwendig. Je breiter das Aktiendepot aufgestellt ist, desto besser wird das Verhältnis von Rendite und Risiko. Viele Anleger scheuen aber davor zurück, Aktien von Unternehmen aus anderen Ländern zu kaufen, deren Rechtsordnungen und Marktverhältnisse sie nicht kennen. Gerade die internationale Streuung kommt bei Privatanlegern daher oft zu kurz, und sie halten nur deutsche Aktien in ihren Depots.
Das ist allerdings besser, so das Deutsche Aktieninstitut, als ganz auf die Aktienanlage zu verzichten. Viele deutsche Unternehmen, gerade aus dem Deutschen Aktienindex DAX, sind so stark internationalisiert, dass der Anleger quasi indirekt weltweit streut.
Empirische Untersuchungen haben außerdem ergeben, dass Anleger gute Renditen erzielen, wenn sie auf Aktien von Unternehmen setzen, die sie kennen, und das sind überwiegend Firmen aus dem eigenen Land. Wer wenigstens sorgfältig auf eine breite Branchenstreuung achtet, kann auch bei Beschränkung auf deutsche Dividendenwerte guten Gewissens in Aktien anlegen.
Quelle:
Deutsches Aktieninstitut e.V.
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