Steuersünder: Selbstanzeigen steigen weiterhin an
Um einer Strafe zu entgehen, zeigen sich viele Steuersünder selbst an. Motiviert durch die berühmte Steuersünder-CD, die der Regierung zum Kauf angeboten wurde, wagen viele Bürger den Schritt in die Offensive. Die Zahlen der Selbstanzeiger steigen stetig an.
Die Steuersünder-CD aus der Schweiz, die Daten von rund 1.500 mutmaßlichen Steuersünden enthält, wurde bislang noch nicht von der deutschen Regierung gekauft. Allein die Existenz der CD führte jedoch bisher zu etlichen Selbstanzeigen. Offenbar befürchten viele Steuersünder ihre Daten auf der berühmten CD und wollen einer Strafe entgehen. Experten bezweifeln den Fortbestand des Gesetzes zur Straffreiheit bei Selbstanzeigen in Steuerfällen inzwischen an.
In Schleswig-Holstein zeigten sich zwischenzeitlich 176 Personen selbst an. Davon entfielen auf die abgelaufene Woche allein 70 Selbstanzeigen. Kapitalerträge von rund 57 Millionen Euro und Vermögen in Höhe von 14 Millionen Euro wurden nachträglich angemeldet. Dem Finanzministerium kommen dadurch etwa 14 Millionen Euro zusätzliche Steuereinnahmen zu.
In Niedersachsen haben sich inzwischen sogar 437 Bürger selber beim Finanzamt angezeigt. In diesem Bundesland geht es um nicht versteuerte Einnahmen von fast 106 Millionen Euro. Den Behörden kommt ein Anteil von rund 36,3 Millionen Euro zu. In Westfalen Lippe kam es bisher zu 278 Selbstanzeigen.
Experten raten Steuersündern zur Selbstanzeige. Denn wenn die Behörden das Vergehen aufdecken, ist oft mit einer Strafe zu rechnen. Bisher müssen die Selbstanzeiger lediglich ihre Steuerschuld plus anfallende Zinsen zahlen. Solange das Gesetz noch existiert, solle man es als Bürger auch nutzen.
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