Erbschafts- und Schenkungssteuer: Staat kassierte in 2010 mehr als vier Milliarden Euro

13.04.12
Steuern, Karteikartenreiter

Im Jahr 2010 kassierte der Staat 4,6 Milliarden Euro an Erbschafts- und Schenkungssteuer. Die Deutschen verschenkten und vererbten insgesamt 30,6 Milliarden Euro. Doch durch Gesetzesänderungen ging die Anzahl der steuerpflichtigen Vermächtnisse im Vergleich zum Jahr 2009 um 17,2 Prozent zurück und die der steuerpflichtigen Schenkungen um 33 Prozent.

Das Statistische Bundesamt teilte mit, dass sich die Summe an Erbschafts- und Schenkungssteuer auf 4,6 Milliarden Euro belaufe. Die Deutschen verschenkten und vererbten insgesamt 30,6 Milliarden Euro. Doch durch Gesetzesänderungen ging die Anzahl der steuerpflichtigen Vermächtnisse im Vergleich zum Jahr 2009 um 17,2 Prozent zurück und die der steuerpflichtigen Schenkungen sogar um 33 Prozent. In den meisten Fällen verschenkten oder vererbten Eltern ihren Kindern Vermögen.

Im Jahr 2010 fanden insgesamt 110.810 Erbschaften und Vermächtnisse statt. In 28.718 Fällen wurde Vermögen verschenkt. Eine Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) gelangt zu dem Ergebnis, dass bis zum Jahr 2020 rund 20 Billionen Euro vererbt werden. Durch Anhebung der Freibeträge müssen Erben mittlerweile deutlich weniger Steuern zahlen. Das Erben ist insbesondere für Ehegatten, eingetragene Lebenspartner, Kinder und Enkel verbessert worden. Alle anderen Verwandten, auch Geschwister, Nichten und Neffen, müssen hingegen tiefer in die Tasche greifen und dem Staat einen Anteil überlassen.

Die Steuerschuld berechnet sich nach der jeweiligen Steuerklasse, die jedoch nicht der Einkommenssteuerklasse entspricht. Die persönlichen Freibeträge erneuern sich gemäß Paragraf 16 ErbStG nach Ablauf von zehn Jahren. Wer alle zehn Jahre eine Schenkung bekommt, kann seine Freibeträge mehrmals nutzen. Wer Vermögen erbt, wird am Tag des Todes des Erblassers steuerpflichtig. Wer eine Schenkung erhält, für den ist der Tag der Schenkung für die Berechnung der anfallenden Steuern entscheidend.

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