Krankenkassendefizit könnte 2011 auf 15 Milliarden Euro wachsen
Der Chef des Bundesversicherungsamtes, Maximilian Gaßner, schätzt, daß das Finanzloch der Krankenkassen für das Jahr 2011 weiter wächst. Unter Einbeziehung der üblichen Kostensteigerungen im Segment der Ärzte, Krankenhäuser und Medikamente besteht die Möglichkeit, daß das Defizit auf 15 Milliarden Euro steigt. Als Gegenmaßnahme seien die Krankenversicherer verpflichtet, Zusatzbeiträge zu erheben, so Gaßner.
Seit vielen Wochen bestimmt das zu erwartende Defizit der Krankenkassen für das Jahr 2011 die Schlagzeilen. Nach Einschätzung des Chefs des Bundesversicherungsamtes wird das Finanzloch noch größer als bisher angenommen. Unter Einbeziehung der üblichen Kostensteigerungen im Segment der Ärzte, Krankenhäuser und Medikamente besteht die Möglichkeit, daß das Defizit auf 15 Milliarden Euro steigt. Als Gegenmaßnahme seien die Krankenversicherer verpflichtet, Zusatzbeiträge zu erheben, so Gaßner.
Werden die Zusatzbeiträge zum Stopfen des Finanzloches benötigt, befinden sich die Krankenversicherer im Nachteil, die viele Geringverdiener unter ihren Mitgliedern haben. Die Kassen sind befugt, Zusatzbeiträge bis zu einem Prozent des Bruttoeinkommens der Versicherten zu erheben. Im besten Fall erhält die Krankenkasse 37,50 pro Monat an zusätzlichen Einnahmen von einem Versicherten. Ohne Einkommensprüfung darf die Kasse 8 Euro einfordern.
Gestern traf sich in Berlin erstmalig eine Regierungskommission, die sich mit der Reform des Gesundheitswesens beschäftigt. Vorrangig soll eine Neuordnung zur Finanzierung der Belange im Gesundheitsbereich erarbeitet werden. Bundesgesundheitsminister, Philipp Rösler, sowie sieben weitere Minister bzw. deren Vertreter bilden die Kommission. Gasthörer aus der CDU und FDP sind erlaubt. Das nächste Treffen ist für den 21. April einberaumt.
Rösler hält nach wie vor an einer schrittweisen Einführung der Kopfpauschale fest. Vorgesehen ist die Abführung eines Einheitsbeitrages für die Krankenversicherung unabhängig vom Gehalt. Wer dies finanziell nicht leisten kann, für den plant der Bundesgesundheitsminister einen sozialen Ausgleich aus Steuermitteln vor. Die CSU gab unlängst ihre Ablehnung bezüglich der Einführung einer Kopfpauschale bekannt.
Kommentare zu dieser Nachricht
Weitere Nachrichten zum Thema Krankenversicherung:
- Mehr Rechte für Versicherte von privaten Krankenversicherungen
- PKV: Kündigungsfrist bei Beitragserhöhungen künftig zwei Monate
- KKH-Allianz und Allianz-PKV: Kooperation wird 2013 beendet
- Private Krankenversicherung: Wechsel ist oft lohnenswert
- Gesetzliche Krankenversicherung: Milliardenverluste durch Nichtzahler