Impfkonferenz gegen Impfmüdigkeit

06.03.09

Das Robert-Koch-Institut (RKI) schlägt Alarm angesichts der Impfmüdigkeit in unserem Land. Trotz flächendeckender Information lassen sich nach wie vor zu wenig Menschen impfen. Nun traf sich in Mainz eine Expertenrunde, um zu debattieren, wie man gegen die Impfmüdigkeit vorgehen kann, um einen umfassenden Impfschutz in Deutschland gewährleisten zu können.

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Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt Schutzimpfungen, um gefährliche Krankheiten zu vermeiden und sie endgültig auszurotten. Dieses Vorhaben scheitert leider an der Impfmüdigkeit, obwohl die Krankenkassen, seit der 2007 in Kraft getretenen Gesundheitsreform, alle Kosten für die Schutzimpfungen übernehmen. Wann welche Impfungen vorgenommen respektive aufgefrischt werden sollen, kann man bei der STIKO oder bei Ärzten erfahren. Die befürchteten Impfschäden sind im Verhältnis zu vermeidbaren Risiken inzwischen äußerst gering.

Die Impfgegner, unter ihnen auch viele Mediziner, nehmen bewusst Risiken in Kauf, die mit Ausbruch der Krankheit entstehen können. Besonders tückisch kann beispielsweise der Verlauf von Masern sein. Da Masern als Kinderkrankheit bekannt ist, glauben viele Menschen, dass nur Kinder erkranken. Doch diese weit verbreitete Annahme erweist sich als falsch, denn oftmals befällt die Krankheit auch Erwachsene, und der Krankheitsverlauf ist meist schwerer als im Kindesalter. Im schlimmsten Fall erleidet der Masernpatient eine Hirnhautentzündung, was unter 1000 Fällen im Schnitt einmal auftritt. Bleibende Schäden oder gar der Tod können die Folge einer Hirnhautentzündung bedeuten. Im Durchschnitt sterben 20 Prozent der Patienten, die an einer Hirnhautentzündung litten.

Inzwischen deklariert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Deutschland als „Virenexporteur“, was in einem hochentwickelten Land nicht vorkommen darf. Um eine wirkungsvolle Impfstrategie entwickeln zu können, müssen alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Das bedeutet, dass ein Konsens zwischen verantwortlichen Medizinern, Pharmazeuten und Patienten aus Bund, Ländern und Kommunen erzielt werden muß. Auch Behörden sowie die Industrie müssen zu diesem Thema gehört werden.

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