Zusatzbeitrag: Kasse wechseln oder nicht?

Die Zusatzbeiträge der Krankenkassen verteuern die Gesundheit von Millionen Menschen. Trotzdem ist nicht sicher, ob sich ein Kassenwechsel wirklich lohnt. Denn es drohen bei den meisten Krankenkassen bis Jahresende Zusatzbeiträge. Wechseln oder nicht - diese Frage stellen sich Versicherte.
Knapp drei Wochen nach der Verkündung von Zusatzbeiträgen bei namhaften Kassen wie der DAK macht sich bei den gesetzlich Versicherten Verunsicherung breit. Auch wenn die Wechselbereitschaft groß ist, zögern viele mit der Kündigung. Denn auch bei anderen Krankenkassen drohen Beitragserhöhungen. Das Milliardendefizit lässt den Kassen kaum Spielraum. Experten rechnen daher mit zusätzlichen Prämien bei nahezu allen Kassen bis Jahresende.
Höhe des Zusatzbeitrags
Die Krankenkassen können einen Zusatzbeitrag verlangen, wenn sie mit den Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds nicht auskommen. Bis zu 8 Euro dürfen sie ohne Einkommensprüfung von den Versicherten verlangen. Darüber hinaus müssen sie eine Einkommensprüfung vornehmen, weil der Zusatzbeitrag maximal 1 Prozent des Bruttoeinkommens ausmachen darf. Maximal 37,50 Euro im Monat dürfen sie von Spitzenverdienern verlangen, die über der Beitragsbemessungsgrenze verdienen.
Rechte beim Zusatzbeitrag
Wer von einem Zusatzbeitrag betroffen ist, hat ein Sonderkündigungsrecht. Der Versicherte kann die Krankenkasse mit Wirkung zum Erhöhungsdatum wechseln. Allerdings zögern viele Versicherte derzeit noch mit dem Kassenwechsel. Denn es ist nicht sicher, dass sie mit einem Wechsel besser fahren. Denn es besteht die Gefahr, dass auch die neue Krankenkasse einen Zusatzbeitrag einführen muss. Angesichts der Minusbeträge beim Gesundheitsfonds ist dies kein so abwegiger Gedanke.
Zudem sollten vor einem Wechsel die Leistungen verglichen werden. Auch wenn ein Großteil der Kassenleistungen vorgegeben ist, bieten die Kassen Serviceleistungen und freiwillige Zusatzleistungen an. Wer z.B. Wert auf alternative Heilmethoden legt, erhält mitunter bei seiner Kasse eine Erstattung, bei einer anderen Kasse jedoch nicht.
Was sollte man jetzt tun
Guter Rat ist teuer. Denn die Ersparnis durch einen Kassenwechsel kann schnell aufgezehrt sein, wenn die neue Kasse auch einen Zusatzbeitrag erhebt. Grundsätzlich sollte man einen Verbleib in der Kasse nicht von einer Mehrprämie von 8 Euro im Monat abhängig machen, wenn man ansonsten mit den Leistungen und dem Service zufrieden ist. Langfristig sollte sich jeder gesetzlich Versicherte darauf einstellen, einen Zusatzbeitrag zu zahlen.
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