Der PKV-Wechsel soll schneller erfolgen können

Nach den kürzlich beschlossenen Beitragserhöhungen bei den gesetzlichen Kassen soll der Wechsel in die private Krankenversicherung (PKV) erleichtert werden. Davon sollen vor allem Angestellte profitieren, die künftig nicht mehr drei Jahre warten müssen.
Wer als Angestellter in die private Krankenversicherung (PKV) wechseln will, muss nach der derzeitigen Regelung drei Jahre hintereinander über der Versicherungspflichtgrenze von 49.950 EUR im Jahr verdienen. Davon sind vor allem gut verdienende Berufseinsteiger betroffen, die zunächst drei Jahre in der gesetzlichen Krankenkasse verbleiben müssen. Erst dann ist ein Wechsel in die günstige PKV vorbei. Künftig soll der PKV-Wechsel wieder nach einmaligem Überschreiten der Grenze möglich sein.
Einen entsprechenden Vorschlag hat der aktuelle Gesundheitsminister Philip Rösler (FDP) unterbreitet. Damit sollen die Vorgaben aus dem Koalitionsvertrag umgesetzt werden. Die Vorgängerregierung hatte den Zugang zur PKV erschwert. Daraufhin waren die Neugeschäftszahlen in der Branche dramatisch eingebrochen. Nun hofft der PKV-Verband auf zahlreiche Neuabschlüsse.
PKV hofft auf Neugeschäft
In den Jahren seit 2007 mussten die privaten Versicherer einen deutlichen Einbruch der neuversicherten hinnehmen. Dadurch ist die Kalkulation der Beiträge durcheinander geraten, da ein bestimmter Prozentsatz an Neugeschäft einkalkuliert wird. Junge Versicherte bringen den Vorteil mit sich, dass nur geringe Gesundheitsleistungen in Anspruch genommen werden.
Dadurch kann ein höherer Anteil der Beiträge in die Altersrückstellung eingestellt werden und steht für künftige Abmilderungen von Beitragserhöhungen zur Verfügung. Die Änderung wird für Januar 2011 erwartet, so dass die Neuabschlüsse deutlich ansteigen werden. Denn gleichzeitig steigen die Höchstwerte für die Besserverdiener in der gesetzlichen Krankenversicherung an. Versicherten drohen monatliche Mehrbelastungen von bis zu 100 EUR.
Private Tarife mit hohen Leistungen
In der PKV locken nicht nur günstige Tarife, sondern vor allem individuelle Leistungspakete. Staatliche Eingriffe in die PKV-Verträge sind nicht möglich. Zudem wird eine Kapitalvorsorge für die höheren Kosten im Rentenalter geleistet. Mehr als 40 Anbieter bieten mehrere tausend Tarife an. Daher gestaltet sich die Auswahl eines geeigneten Angebots relativ schwierig.
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