Private Krankenversicherung: Kein Ausweg für Versicherte

15.02.10

Beitragssteigerungen und mangelnden Wettbewerb beklagt eine aktuelle Studie zur privaten Krankenversicherung (PKV). Die Beschwerden bei der Schlichtungsstelle häufen sich. Die Regierung sucht weiter nach dem optimalen Weg in der Krankenversicherung.

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Beitragssteigerungen machen der privaten Krankenversicherung schwer zu schaffen. Der Anstieg der Leistungsausgaben bei den Privaten war in den letzten Jahren deutlich höher als bei den gesetzlichen Kassen. Die Studie kommt dem FDP-geführten Gesundheitsministerium gar nicht recht, da es die PKV in Zukunft stärken will.

Beschwerden in der PKV
Privat Krankenversicherte können sich beim Ombudsmann der PKV, Helmut Müller, beschweren. Dies tun sie vornehmlich dann, wenn Leistungen nicht erstattet werden oder wenn die Beiträge überdurchschnittlich angehoben werden. Gerade im letzten Winter wurden die PKV-Prämien teilweise über 20 Prozent angehoben. Allein im letzten Jahr musste der Ombudsmann über 5.000 Beschwerden bearbeiten, ein Plus von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Warum die Beiträge in der PKV steigen
Die Beiträge in der PKV kennen seit Jahren nur den Weg nach oben. Da die Versicherer die Leistungen vertraglich garantieren, kommen Sie um die vertraglich zugesagten Leistungen nicht herum. Anders als in der gesetzlichen Krankenversicherung ist in der PKV auch automatisch der medizinische Fortschritt mitversichert. So müssen die Unternehmen neue Verfahren und kostspieligere Medikamente erstatten.

Auf diese Weise genießen die Versicherten zwar hochwertige Medizin, müssen dafür aber auch Jahr für Jahr tiefer in die Tasche greifen. Nach Analysen der Stiftung Warentest lagen die Beitragssteigerungen in den letzten 20 Jahren im Schnitt bei 6 Prozent pro Jahr. Kein Wunder, dass viele Versicherte über unbezahlbare Prämien klagen.

Warum die Studie geheim gehalten wurde
Die aktuelle Studie wurde vom Wirtschaftsministerium in Auftrag gegeben, allerdings noch unter Vorgängerregierung. Nun ist die FDP am Ruder und möchte die private Krankenversicherung stärken. Da kommt eine Studie über mangelnden Wettbewerb in der PKV äußerst ungelegen. Der neue Wirtschaftsminister, Rainer Brüderle (FDP), möchte die Ergebnisse der Studie am liebsten von der Öffentlichkeit fern halten. Daher wurde ein zunächst geplanter Expertenarbeitskreis gestoppt.

Wie geht es mit der PKV weiter?
Auch der PKV-Verband moniert die hohen Kostensteigerungen. Als Grund machen die Verbandsfunktionäre die Gebührenordnung für Ärzte sowie die Tatsache aus, dass die Privaten über Menge und Qualität keine Verhandlungen führen können. Nur wenn es in diesen Bereichen eine Reform gebe, könne man den Beitragserhöhungen entgegen wirken.

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