Fehler im System: Kaum Wettbewerb in privater Krankenversicherung

05.03.10

Lange Zeit führte die Branche der privaten Krankenversicherung ein Eigenleben. Günstige Prämien, kaum Wettbewerb - so ließen sich leicht Geschäfte machen. Inzwischen kommt trotz neuer Regierung mehr Gegenwind von der Politik. Vor allem der mangelnde Wettbewerb in der PKV wird zunehmend kritischer gesehen.

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Der Wettbewerb in der privaten Krankenversicherung findet quasi nicht statt. Ein Anbieterwechsel ist nach einigen Vertragsjahren kaum mehr möglich. Zum einen gehen die angesammelten Altersrückstellungen verloren und zum anderen muss eine erneute Risikoprüfung beim neuen Versicherer stattfinden. Wer Vorerkrankungen aufweist, muss dann Zuschläge zahlen oder wird gleich ganz abgelehnt. In der Regel führt dies zu prohibitiv hohen Beiträgen.

Der Gesetzgeber hat zwar nachgebessert und für Neuabschlüsse ab 2010 die Mitnahme eines Teils der Altersrückstellungen möglich gemacht. Trotzdem muss die Gesundheitsprüfung durchgeführt werden. Gerade um ältere Versicherte findet daher kein Wettbewerb in der PKV statt.

Dies hat in der Vergangenheit dazu geführt, mit neuen und günstigen Tarifen junge Versicherte anzulocken. Leider führte diese Vertriebspraxis aber auch dazu, dass die Prämien der neuen Tarife nicht gehalten werden konnten. Große Beitragssteigerungen und verärgerte Kunden waren die Folge. Einen einmal gewonnener Kunden wird bzw. kann die PKV nicht so leicht wechseln. Genau dies machen sich einige Gesellschaften zu nutze.

Trotz allem gibt es immer noch die Versicherer, die lediglich einen Tarif anbieten. Bei den Unternehmen kann man davon ausgehen, dass die hohen Beitragsanpassungen nicht drohen, da die Kalkulationen nicht auf massives Neugeschäft ausgelegt sind.

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