Private Krankenversicherung: warum die Tarife teurer werden

Neue Studie zur privaten Krankenversicherung (PKV) aus dem Wirtschaftsministerium: Demnach sind die Beitragssteigerungen bei den Privaten exorbitant. Zudem herrsche mangelnder Wettbewerb.
Wie gut ist das System der privaten Krankenversicherung (PKV) wirklich? Dieser Frage ging das Bundeswirtschaftsministerium in einer aktuellen Studie nach. Gerade im Zuge der diskutierten Veränderungen im gesetzlichen Gesundheitssystem wird der Studie Beachtung geschenkt. Das Urteil der Autoren ist hingegen vernichtend: Die PKV bietet keinen besseren Schutz gegen Beitragssteigerungen als die gesetzlichen Kassen.
Der Anstieg der Leistungsausgaben bei den Privaten lag demnach zwischen 1997 und 2008 rund 50 Prozent über dem Anstieg bei den gesetzlichen Krankenkassen. Gerade der Neukundenwettbewerb werde über günstige Prämien geführt. Die PKV locke junge und gesunde Kunden, um dann später mit starken Beitragserhöhungen abzukassieren.
Der Wettbewerb um ältere Kunden finde quasi nicht statt. Es fehlen Anreize für einen Wettbewerb. Bisher ist der PKV-Wechsel mit Nachteilen verbunden. Vor allem der Verlust der Altersrückstellungen mache einen Wechsel des Unternehmens in späteren Jahren unwirtschaftlich.
Für Neukunden hat sich dies seit 2009 geändert. Seitdem kann bei einem Wechsel des Versicherers ein Teil der angesammelten Rückstellungen mitgenommen werden. Trotzdem gilt der Wettbewerb zwischen den Versicherern als eingeschränkt.
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