Ersatzkassen fühlen sich ungerecht behandelt

Die Ersatzkassen fordern von der Bundesregierung sofortige Maßnahmen bezüglich des Finanzausgleichs unter den Krankenkassen. Der Vorsitzende des Ersatzkassenverbandes, Thomas Ballast, vertritt die Meinung, daß die Ortskrankenkassen ungerechtfertigter Weise mehr Zuwendungen aus dem Gesundheitsfond erhalten, als die Ersatzkassen. Zudem sieht Ballast in puncto Zusatzbeiträge erhebliche soziale Ungleichgewichte.
Im abgelaufenen Jahr erwirtschafteten die Ortskrankenkassen einen Überschuss von 916 Millionen Euro. Dagegen erzielten die Ersatzkassen lediglich ein Plus von 157 Millionen Euro. Thomas Ballast, der Vorstandschef des Ersatzkassenverbandes, führt diese Tatsache auf den Umstand zurück, daß der Gesundheitsfond sein Budget nach einem ungerechten Schlüssel verteile. Ballast fordert von der Bundesregierung sofortige Maßnahmen bezüglich des Finanzausgleichs unter den Krankenkassen.
Kassen, deren Mitglieder gehäuft chronische Krankheiten aufweisen, erhalten mehr Geld aus dem Gesundheitsfond als Versicherer, deren Mitglieder sich bester Gesundheit erfreuen. Ballast macht sich stark für eine Herabsetzung von derzeit 80 auf 50 Krankheiten, welche ausgeglichen werden. Für die kostenintensivsten Beschwerden setzt sich Ballast für die Errichtung eines Risikopools ein.
Ballast, der unter anderem verantwortlich für die Barmer GEK, Techniker Krankenkasse, KKH Allianz und DAK ist, gibt zu bedenken, daß die Abwanderung von Mitgliedern aufgrund der Erhebung von zusätzlichen Beiträgen nicht unerheblich sei. So stellte die DAK einen Mitgliederschwund von 300.000 Personen bis zum 1. Juli 2010 fest. Der KKH-Allianz kehrten rund 150.000 Versicherte den Rücken. Die bundesweit 14 Ortskrankenkassen konnten sich hingegen über einen Mitgliederzuwachs in Höhe von 510.000 Personen freuen.
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