Private Krankenversicherung: Zukunft ungewiss
Der Regierungswechsel hat den privaten Krankenversicherungen bisher nicht den erhofften Schwung gebracht. Von den Erleichterungen für die PKV wurde nichts umgesetzt. Zudem droht die Kopfpauschale zur Gefahr für die Privaten zu werden. Die Branche bangt um ihre Zukunft.
Die private Krankenversicherung wartet auf Signal aus Berlin. Der Regierungswechsel letzten Oktober wurde von der PKV begrüßt. So findet sich im Koalitionsvertrag wieder, dass es weiterhin ein Nebeneinander von gesetzlichen und privaten Kassen geben soll. Der Zugang zur PKV sollte erleichtert werden. Bislang wurde von den Vereinbarungen des Koalitionsvertrages keine umgesetzt.
Vielmehr werden Details der geplanten Gesundheitsreform 2011 bekannt, die eine ernste Gefahr für die Privaten bedeuten können. Der Beitrag für die Kopfpauschale soll nach ersten Berechnungen bei 150 im Monat liegen. Zu wenig, damit die PKV den gut verdienenden Angestellten eine günstige Alternative bieten könnte. Der Branche drohen daher trotz Union-FDP-Regierung weitere magere Jahre beim Neugeschäft.
Der Neuzugang in die PKV war nach über 100.000 Personen pro Jahr zuletzt auf etwa 50.000 Personen pro Jahr abgeebbt. Verantwortlich dafür waren die Neuregelungen der großen Koalition für Angestellte. Diese müssen seither drei Jahre hintereinander über der Versicherungspflichtgrenze verdienen, um in die PKV wechseln zu können. Die neue Koalition wollte diese Regeleung wieder auf ein Jahr zusammenschmelzen. Bis jetzt liegt jedoch noch keine Gesetzesänderung vor.
Die Marktchancen der PKV haben sich also (noch) nicht gebessert. Zu schaffen machen den Versicheren auch steigenden Kosten mit der Folge massiver Prämienanpassungen. Zuletzt waren Beitragserhöhungen von bis zu 30 Prozent erforderlich. Der PKV-Verband will daher erreichen, dass die Privaten künftig selbst mit Leistungserbringern und Pharmaunternehmen Rabatte aushandeln dürfen.
Zudem sollten Kinder in der PKV mit denen in der GKV gleichgesetzt werden. Gesetzlich versicherte Kinder werden aus Steuermitteln finanziert, während die privat versicherten Kinder eigene Beiträge zahlen müssen. Der Gesetzgeber ist also am Zug. Ausgang offen!
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