DKV: Schwieriges Geschäft mit Firmen-Gruppentarifen
Der Kampf um Neukunden in der privaten Krankenversicherung wird seit Jahren mit harten Bandagen geführt. Inzwischen haben Versicherer wie die Central oder die DKV erkannt, dass das Geschäft mit Billigpolicen in der Vollversicherung nicht die gewünschten Ergebnisbeiträge bringt. Doch auch in der Gruppenversicherung, mit der die DKV jeden fünften Euro verdient, gibt es Probleme. Wie die Financial Times Deutschland (FTD) erfahren haben will, beabsichtigt die DKV eine Neustrukturierung bei Firmen-Gruppentarifen.
Demnach sollen Vertragsbeziehungen mit Firmen oder Verbänden, die nicht den gewünschten Ertrag oder Kundenzahl gebracht haben, gekündigt werden. Zwar bedeutet dies den Verlust von Kunden, allerdings kann sich der Versicherer dadurch von verlustträchtigem Geschäft trennen. Über Gruppenversicherungen können PKV-Unternehmen gezielt eine größere Anzahl von Neukunden gewinnen. Allerdings wird meist auf eine umfangreiche Gesundheitsprüfung verzichtet. Dadurch kaufen sich die PKV-Unternehmen jedoch unrentable Kunden ein bzw. Kunden, die aufgrund von Vorerkrankungen höhere Kosten verursachen.
Seit der Schließung der Billigtarife für das Neugeschäft im vergangenen Jahr liegt der Fokus der DKV auf Premium-Tarifen in der Krankenvollversicherung. Zwar will der Versicherer auch weiterhin auf die Gruppenversicherung setzen, allerdings mit einheitlichen Maßstäben und geringeren Rabatten. Bei Verbänden soll der Fokus auf Freiberuflern liegen. Bislang werden 20 Prozent des Umsatzes mit Gruppentarifen gemacht.
Für kleinere Unternehmen bis 1.000 Mitarbeiter sollen die Gruppenrabatte künftig entfallen. Sie sollen auf die betriebliche Krankenversicherung gelenkt werden. Dabei schließt der Firmenchef eine Zusatzversicherung für seine Mitarbeiter ab.
