McKinsey empfiehlt Verschmelzung von privaten und gesetzlichen Kassen

Die Unternehmensberatung McKinsey empfiehlt die Verschmelzung von privaten und gesetzlichen Krankenkassen. Auf die gesetzlichen Versicherer kommt die Bewältigung des demografischen Wandels zu, auf die privaten Anbieter das Problem der steigenden Kosten Privatversicherter im Alter sowie Belastungen durch die Euro-Krise. Eine Zusammenlegung beider Systeme soll den Wettbewerb auf Seiten der Kassen und der Mitglieder wahren und ankurbeln.
Von Zwei-Klassen-Medizin ist häufig die Rede. Von den Schwierigkeiten der Bewältigung des demografischen Wandels durch die gesetzlichen Kassen. Vom Problem der privaten Kassen in Bezug auf steigende Kosten für Privatversicherte im Alter. Von Belastungen der privaten Krankenversicherer durch die Euro-Krise. Das Gesundheitssystem ist krank.
Um auf die zukünftigen Herausforderungen, vor denen das Gesundheitssystems steht, eingerichtet zu sein, ist Handlung gefragt. Die Unternehmensberatung McKinsey empfiehlt die Verschmelzung von privaten und gesetzlichen Krankenkassen. Eine Zusammenlegung beider Systeme soll den Wettbewerb auf Seiten der Kassen und der Mitglieder wahren und sogar beflügeln. Doch Reformen benötigen viel Zeit und sind gewiss nicht in einer Legislaturperiode zu bewältigen.
Die Unternehmensberater vertreten die Ansicht, sich an den Gesundheitssystemen anderer Länder zu orientieren. Denkbar wären dabei verschiedene Ansätze. Eine Lösung könnte bedeuten, dass die gesetzlichen Kassen eine Basisversicherung übernehmen und die privaten die Zusatzversicherungen. Möglich wäre auch die Schaffung eines einheitlichen Versicherungsmarktes, auf welchem sich private und gesetzliche Kassen gemeinsam bewegen. In solch einem Szenario könnten beide Versicherer Basis- und Zusatzversicherungen anbieten. Welche Kosten eine Neuordnung des Systems verschlingen würde, dazu gibt es aktuell noch keine Berechnungen.
