PKV: Bessere Leistungen führen zu höherem Beitrag

Die private Krankenversicherung (PKV) wird gerne als Modell zur Kosteneinsparung angeboten. Dabei können die Beiträge durchaus höher als in der gesetzlichen Krankenkasse. Angesichts der höheren Leistungen ist dies jedoch kein Beinbruch.
Wer sich für die private Krankenversicherung (PKV) entscheidet, wird oftmals mit den günstigen Tarifen umworben. Vor allem die Ersparnis im Vergleich zur gesetzlichen Krankenversicherung macht die PKV für junge Menschen attraktiv. Gleichzeitig sorgen Leistungsverbesserungen, vor allem im Krankenhaus und beim Zahnarzt sowie die schnellere Terminvergabe, für die hohe Attraktivität der Privaten im Vergleich zur Gesetzlichen. Wer jedoch glaubt, dass dieser Beitragsvorteil ein Leben lang bestehen wird, missachtet den Unterschied zwischen den beiden Versicherungssystemen.
Die PKV kann im Gegensatz zur GKV die Leistungen nicht kürzen. Jeder Kunde genießt eine vertragliche Garantie über die zu Versicherungsbeginn vereinbarten Leistungen. Im gesetzlichen System sorgen die Gesundheitsreformen der jeweiligen Regierung für Leistungskürzungen oder höhere Zuzahlungen. Da die privaten Versicherer keine Steuerzuschüsse des Bundes erhalten, müssen die Prämien im Vergleich zur GKV schneller steigen. Zwar werden Altersrückstellungen gebildet, doch auch die können die medizinische Inflation nicht aufhalten. Gesundheit wird teurer und es wird einen medizinischen Fortschritt geben. Nur wer bereit ist, für diesen Fortschritt auch mehr Geld in die Hand zu nehmen, ist in der PKV richtig aufgehoben.
Der Anspruch der privaten Krankenversicherung ist nicht, in einen Preiswettbewerb mit der GKV zu treten. Vielmehr stehen die Aspekte der Verlässlichkeit und soliden Beitragskalkulation im Vordergrund. Dass auch die gesetzlichen Krankenkassen in den letzten zehn bis 15 Jahren für Verdiener oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze deutlich teurer geworden sind, wird niemand verneinen. Doch gleichzeitig wurden die Leistungen zurückgefahren. Preisanstieg plus Leistungskürzung sorgen dafür, dass gesetzlich Versicherte in Summe schlechter versorgt werden als Privatversicherte.
Die hohe Versorgungsqualität hat jedoch seinen Preis. Darauf sollte sich PKV-Versicherte einstellen und eine entsprechende Vorsorge treffen.
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