PKV: Die Mär von den Besserverdienern

Bei den Privatversicherten handelt es sich mehrheitlich nicht um Besserverdiener. Dies ist das Ergebnis einer Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP) auf Basis der Daten des Statistischen Bundesamtes. Demnach verfügt nur jeder fünfte PKV-Kunde über ein Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze von 50.850 Euro im Jahr.
Privatversicherte sind Besserverdiener, die sich der Solidarität des gesetzlichen Krankenversicherung entziehen, so hört man häufig von den Kritikern des privaten Krankenversicherungssystems. Dass die Privatversicherten allerdings mehrheitlich ein Einkommen unterhalb der Versicherungspflichtgrenze von 50.850 Euro erzielen, zeigen die Daten des Statistischen Bundesamtes, die das Wissenschaftliche Institut der PKV (WIP) auswertete. Demnach liegen nur 20 Prozent der Privatversicherten oberhalb der PKV-Einkommensgrenze. Das Argument, in der PKV seien vornehmlich Besserverdiener versichert, ist damit nicht stichhaltig.
Aufgrund der Zugangsvoraussetzungen sind in der privaten Krankenversicherung vor allem Beamte, Freiberufler und Selbständige versichert. Jeder vierte Privatversicherter ist aktiver Beamter, jeder siebte PKV-Kunde ist selbständig und jeder neunte ist Arbeitnehmer. Nur für die Gruppe der Arbeitnehmer gilt die Versicherungspflichtgrenze zum PKV-Wechsel. Alle anderen Berufsgruppen können ohne Einkommensbeschränkungen der Privaten beitreten. Insgesamt sind die PKV-Kunden zur Hälfte erwerbstätig und nichterwerbstätig, also Kinder oder Rentner.
An Hand der Zahlen zeigt, dass in der PKV zahlreiche soziale Schichten versichert sind. Befürworter einer Einheitsversicherung kritisieren die soziale Auslese durch die PKV und erhoffen sich durch die Besserverdienenden Privatversicherten höhere Einnahmen in einem einheitlichen Gesundheitssystem. Die Auswertung widerlegt jedoch eindrucksvoll die These, dass in der PKV hauptsächlich Personen mit hohen Einkommen versichert sind.
Die aktuelle Studie steht beim WIP zur Ansicht bereit.
