Rund 1 Million Versicherte zahlen Zusatzbeitrag nicht

17.08.10
Rückstand bei Zusatzbeiträgen

Der seit Januar erhobene Zusatzbeitrag bestimmt noch immer die Schlagzeilen. Rund 16 Krankenkassen mahnen etwa 1 Million Mitglieder zur Zahlung der Zusatzbeiträge. Die säumigen Versicherten erhalten die Zahlungsaufforderungen per Post und per Telefon.

Anzeige

Seit Beginn des Jahres erhoben 16 gesetzliche Krankenversicherer die umstrittenen Zusatzbeiträge. Eine Kasse darf bis zu ein Prozent vom Bruttolohn monatlich erheben. Der Maximalwert der zusätzlichen Beiträge liegt demnach bei 450 Euro jährlich. Ohne Einkommensprüfung darf ein Betrag von 8 Euro pro Monat angesetzt werden.
 
Bis zu 30 Prozent der Mitglieder bleiben den Kassen die Beiträge schuldig. Insgesamt erhalten etwa 1 Million Versicherte Zahlungsaufforderungen. Schriftlich und mündlich erfolgen die Ermahnungen durch die Versicherer, was einen enormen Verwaltungsaufwand nach sich zieht. Die Bundesregierung arbeitet derzeit an einem Konzept zur Sanktionierung der im Rückstand liegenden Kunden.
 
Experten prophezeien, daß alle Krankenkassen in den nächsten Jahren Zusatzbeiträge erheben müssen, um sich aus maroden finanziellen Lagen zu befreien. Für das kommende Jahr rechnet man mit einem Defizit der Krankenversicherer in Höhe von 11 Milliarden Euro. Manche Schätzungen gehen sogar von einem Minus in Höhe von 15 Milliarden Euro aus. Zur Sanierung der Krankenkassen sind erhebliche Einsparungen im Krankenhausbereich und bei den Ärzten geplant. Zudem soll sich das Prozedere bezüglich der Zusatzbeiträge ändern.

Kommentare zu dieser Nachricht

Facebook Kommentar

Weitere Nachrichten zum Thema Krankenversicherung: