Hausärztestreik: Kritik der Krankenkassen Barmer GEK und DAK

Die angedrohten Streiks der Hausärzte stoßen bei einigen Krankenkassen auf starke Ablehnung. So kritisierten die großen gesetzlichen Kassen Barmer GEK und die DAK die angekündigten Maßnahmen als "deplatziert" bzw. "nicht nachvollziehbar". Die Hausärzte wollen ab Ende August in Bayern mit Streiks beginnen.
Der Protest gegen die Gesundheitspolitik der Bundesregierung ruft die Hausärzte auf den Plan. Sie wollen zunächst in Bayern mit zwei Streiktagen beginnen und ihre Proteste dann in Hessen und Rheinland-Pfalz fortsetzen. Die Proteste der Hausärzte sollen dann am 15. September in einem bundesweiten Aktionstag gipfeln. Die Hausärzte kämpfen für eine höhere Honorierung der ärztlichen Leistungen. In der aktuellen Gesundheitsreform hatte die Bundesregierung die bereits beschlossene Erhöhung der Honorare für 2011 ausgesetzt.
Die gesetzlichen Krankenkassen Barmer GEK und DAK lehnen den Vorstoß der Hausärzte ab. So äußerten sich die Chefs der beiden Kassen ablehnend den Ärzten gegenüber und sprachen sich für Einsparungen aller Beteiligten im Gesundheitswesen aus. Daher könne man die Hausärzte nicht davon ausschließen.
In der gesetzlichen Krankenversicherung droht für 2011 ein Milliardenfehlbetrag. Daher hat die Regierung ein Maßnahmenpaket aus höheren Beiträgen und Einsparungen beschlossen. Dazu zählen auch die Hausärzte, bei denen rund 500 Millionen Euro eingespart werden sollen, in dem die Honoraranhebung für 2011 ausgesetzt wird.
Unterdessen werden weitere Konzepte für die Fortentwicklung des Gesundheitssystems diskutiert. Die bereits geforderte Patientenquittung stößt vor allem bei der Union auf ein breites Interesse. Der Patient soll über die Quittung einen Einblick in die Kosten einer ärztlichen Behandlung erhalten.
Kommentare zu dieser Nachricht
Weitere Nachrichten zum Thema Krankenversicherung:
- PKV: Unisex-Tarife für Frauen nur geringfügig billiger
- Tricks, wie man Zahnarztrechnungen reduziert
- Private Pflegeversicherung: Beitragssenkungen für PKV-Kunden zum 1. Januar 2012
- Pflegereform sieht Förderung von Wohngruppen vor
- Auslandskrankenversicherungen: gesetzliche Kassen dürfen sie nicht mehr übernehmen