Bundesversicherungsamt: Krankenkassen sollen Mitglieder an Überschüssen beteiligen
Angesichts der hohen Überschüsse, die die gesetzlichen Krankenkassen erwirtschafteten, wurde der Ruf nach einer Beteiligung der Mitglieder laut. Nun tritt auch das Bundesversicherungsamt in diese Fußstapfen und forderte einige gesetzliche Krankenversicherer auf, diese Möglichkeit zu prüfen. Die Kassen haben bis Juni Zeit, eine Erklärung abzugeben.
Die Regierungskoalition erwägt, die Krankenkassen per Gesetz zu verpflichten, ihre Mitglieder an den erwirtschafteten Überschüssen zu beteiligen. Angesichts der hohen Überschüsse forderte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr schon vor längerer Zeit eine Beteiligung der Kassenmitglieder. Nun tritt auch das Bundesversicherungsamt in diese Fußstapfen und wies schriftlich einige gesetzliche Krankenversicherer an, diese Möglichkeit zu prüfen. Die Kassen haben bis Juni Zeit, eine Erklärung abzugeben.
In dem Brief des Bundesversicherungsamtes wurde die Techniker Krankenkasse (TK), die Hanseatische Krankenkasse (HEK) und die IKK Gesund plus aufgefordert, über die Verwendung ihrer Überschüsse zu beraten. Alle drei Kassen überschreiten die im Sozialgesetz festgelegte Höhe der Rücklagen von 1,5 Monatsausgaben. Das Amt nannte zwar keine konkrete Höhe des Betrages, welches jedes einzelne Kassenmitglied erhalten soll, doch die Erwartungen liegen bei mindestens fünf Euro monatlich oder 60 Euro jährlich .
Experten vertreten die Ansicht, dass nicht nur die drei oben genannten Kassen Geld an ihre Mitglieder zurückzahlen könnten, sondern weit mehr. Die Reserve der Krankenversicherung beläuft sich derzeit auf 19,5 Milliarden Euro. Ende des Jahres 2011 ergab sich ein Finanzpolster von 10 Milliarden Euro und eine Liquiditätsreserve von 9,5 Milliarden Euro. Der GKV-Spitzenverband kritisiert die Pläne der Bundesregierung und des Bundesversicherungsamtes und verweist auf steigende Ausgaben für Krankenhäuser, Medikamente und Arzthonorare.
