AOK-Versicherte sollen Ärzte benoten

AOK Plus-Versicherte sollen ab dem kommenden Jahr ihre Ärzte mit Schulnoten bewerten. Zensiert werden sollen die Wartezeit, die Art der Behandlung, die Einrichtung der Praxis, Terminvergabe und das Personal. Mit der Bewertung sollen andere Patienten eine Orientierungshilfe bei der Auswahl ihrer Ärzte erhalten.
Offensichtlich ist das Thema Ärztebewertung noch nicht vom Tisch. Die AOK Plus plant eine Bewertung der Mediziner durch ihre Patienten. Ab dem kommenden Jahr sollen Mitglieder der AOK Plus Schulnoten für die Kriterien Wartezeit, die Art der Behandlung, Einrichtung der Praxis, Terminvergabe und Personal abgeben. Die Krankenkasse erhofft sich durch dieses Verfahren eine Orientierungshilfe für andere Patienten bei der Auswahl der Mediziner.
Die Bewertung soll online erfolgen. Bevor das Vorhaben offiziell startet, soll eine Testphase stattfinden. Patienten der Bundesländer Hamburg, Berlin, Sachsen und Thüringen sind eingeladen, an der Benotung teilzunehmen. In diesem Frühjahr fanden bereits erste Testläufe statt, an denen eher wenige Patienten teilnahmen.
Die Unabhängige Patientenberatung in Leipzig spricht sich für diese Art der Bewertung aus. Allerdings sei die Aussagekraft der Benotungen bedenklich, da immer eine subjektive Komponente bei der Benotung von Haus- und Fachärzten mitspiele, so die Patientenberatung weiterhin. Die Kassenärztliche Vereinigung in Sachsen hat grundsätzlich nichts gegen die Bewertung vorzubringen. Allerdings gibt sie zu bedenken, daß der Ansturm bei den „sehr guten“ Medizinern möglicherweise nicht zu stemmen sei.
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