Ärzte fordern geförderte private Zusatzkrankenversicherung

18.05.09
cecu.de

Um den finanziellen Defiziten im Gesundheitswesen beizukommen, fordert die Ärztegewerkschaft Marburger Bund eine private Zusatzkrankenversicherung nach dem Riester-Modell. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt beharrt weiterhin auf ihrem Standpunkt, daß alle Krankenkassenleistungen aus dem Gesundheitsfonds gezahlt werden müssen. Kurz vor dem Ärztetag tauchten immer Forderungen nach Einsparungsmöglichkeiten auf, so Schmidt.

Anzeige

Gesundheitsministerin Ulla Schmidt ist nach wie vor der Überzeugung, daß die medizinische Grundversorgung der gesetzlichen Krankenkassen weiterhin gewährleistet werden muß. Die Forderungen des Marburger Bundes nach einer Zusatzkrankenversicherung wischte sie vom Tisch mit der Begründung, es sei normal, daß die Mediziner kurz vor dem Ärztetag nach Einsparungen streben. Die Forderungen würden so schnell verschwinden wie sie gekommen sind, so Schmidt weiter. Allerdings schloß sie höhere Steuerzuschüsse zum Gesundheitsfonds nicht mehr aus.

Private Krankenversicherung Vergleich

Auch die gesetzlichen Krankenkassen sind von der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise betroffen. Erhebliche Einnahmeausfälle könnten den Kassen durch 500.000 Kurzarbeiter beschert werden, die möglicherweise in die Arbeitslosigkeit abrutschen. Prognosen zufolge, erreicht die Arbeitslosigkeit Ende des Jahres einen Stand von vier Millionen, womit Einnahmedefizite in Milliardenhöhe verbunden sind. Neben der Problematik bezüglich Einnahmeausfällen, geben Statistiken Auskunft, daß Arbeitslose ein höheres Budget für Gesundheitskosten veranschlagen als Menschen, die eine Arbeit ausüben.

Um dem unausweichlichen finanziellen Desaster entgegenzutreten, forderte der Ärztepräsident Hoppe, Skiunfälle zukünftig aus dem Leistungsumfang der gesetzlichen Kassen zu entfernen und darüberhinaus übergewichtige Menschen stärker an den Behandlungskosten zu beteiligen. Zudem machte sich der Präsident stark für die Installation eines Gesundheitsrates, der sich aus Juristen, Patienten, Ärzten und Ethikern zusammensetzt. Dieses Gremium soll zukünftig entscheiden, wer welche Therapien erhält. Doch diese Vorschläge schmetterte die Gesundheitsministerin ab. Bleibt abzuwarten, was sich auf dem morgen beginnenden Ärztetag ereignet.

Kommentare zu dieser Nachricht

Facebook Kommentar

Weitere Nachrichten zum Thema Krankenversicherung: