Legenden um den Börsenmonat Januar

23.02.10

Nach einem Gewinn von knapp 24 Prozent im vergangenen Jahr hat der Deutsche Aktienindex DAX zu Beginn 2010 erst einmal eine Verschnaufpause eingelegt. Im Januar hat der DAX knapp sechs Prozent an Wert verloren. Glaubt man der Börsenregel „as goes January, so goes the year“, wird sich dieser Trend auch im Rest des Börsenjahres fortsetzen.

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Dass sich diese Aussage nicht verallgemeinern lässt, ergaben Berechnungen des Deutschen Aktieninstituts für den Zeitraum zwischen 1960 und 2009. Zwar folgte einer negativen DAX-Entwicklung im Januar in acht Fällen tatsächlich ein schwaches restliches Jahr. Bei einer solchen Konstellation hatten die Anleger für Februar bis Dezember Verluste von durchschnittlich 20 Prozent.

Häufiger – zehn Mal – drehte der DAX jedoch nach einem schwachen Start im Januar im Verlauf des Jahres wieder ins Plus. Mit durchschnittlich 27 Prozent gewann der DAX in diesen Jahren von Februar bis Dezember an Wert und konnte damit die Verluste aus dem Januar deutlich wiedergutmachen. Diese Rendite wäre denjenigen entgangen, die der obigen Börsenregel Glauben geschenkt und ihre Aktien nach dem mageren Januar verkauft hätten.

Auch bei umgekehrten Vorzeichen ergibt sich kein einheitliches Bild. In 21 Fällen ist ein gutes Januarergebnis mit einer Rendite für die verbleibenden Monate Februar bis Dezember von durchschnittlich 22 Prozent verbunden. Elf Mal folgte aber auf einen positiven Beginn ein schlechtes Börsenjahr mit einem Verlust von dreizehn Prozent.

Das Rechenbeispiel zeigt, dass Börsenregeln mit Vorsicht zu genießen sind. Es verdeutlicht auch eindrucksvoll, wie stark das Kursbarometer in der Jahresfrist schwanken kann. Wichtig ist daher die langfristige Anlage, bei der diese kurzfristigen Wertschwankungen deutlich weniger ins Gewicht fallen.

Quelle: Deutsches Aktieninstitut e.V.

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