Börsennotierte Beteiligungsgesellschaften: Katze im Sack
Seit 2003 sind börsennotierte Beteiligungsgesellschaften, so genannte SPACs, in den USA erfolgreich. Dieses Jahr hat zum ersten Mal ein SPAC den Weg an die Frankfurter Wertpapierbörse gefunden. Doch ist ein Investment in SPACs auch für Privatanleger interessant?
Bei einem SPAC (Special Purpose Acquisition Company) handelt es sich um eine Gesellschaft ohne operatives Geschäft, die mit dem beim Börsengang eingesammelten Geld Anteile an mindestens einem Unternehmen erwerben soll. Das Management hat bis zu zwei Jahre Zeit, das passende Unternehmen zu finden, erklärt das Deutsche Aktieninstitut. Gelingt dies nicht, wird die Gesellschaft aufgelöst. Die angelegten Gelder, die bis dahin auf einem Treuhandkonto verwaltet wurden, fließen dann den Anlegern zuzüglich Zinsen und abzüglich der entstandenen Kosten wieder zu. Dasselbe gilt, wenn die Mehrheit der Aktionäre die vorgeschlagenen Unternehmenskäufe ablehnt. Auch ein einzelner Aktionär kann die Auszahlung seiner Anteile verlangen, wenn er damit nicht einverstanden ist.
Fraglich ist allerdings, ob der Kauf von Aktien eines SPACs für jedermann geeignet ist. Während sich der Anleger beim Kauf „herkömmlicher“ Aktien über die Geschäfte und Finanzen des Unternehmens informieren kann (und dies auch sollte), kauft er mit dem SPAC die „Katze im Sack“. Entscheidend ist das Vertrauen in die Fähigkeiten des SPAC-Man¬agements, ein geeignetes Unternehmen mit entsprechendem Wertsteigerungspotenzial zu finden. Wer das Vertrauen nicht hat, sollte besser in Aktien von Unternehmen investieren, deren Geschäftsfeld bekannt ist und beurteilt werden kann.
Quelle: Deutsches Aktieninstitut e.V.
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