Griechenland-Wahl: Banken schmieden Notfallpläne, Unternehmen und Ministerien bereiten sich vor

Am Sonntag findet die alles entscheidende Wahl in Griechenland statt. Sollte die linkssozialistische Syriza-Partei gewinnen, könnte das die Rückkehr zur Drachme zur Folge haben. Experten rechnen mit außerordentlichen Reaktionen der Märkte.
Am Sonntag wird sich das Schicksal von Griechenland entscheiden. Denn an diesem Tag finden Neuwahlen statt, da das finanziell vor dem Bankrott stehende Land keine Regierung bilden konnte. Sollte die linkssozialistische Syriza-Partei gewinnen, könnte das die Rückkehr zur Drachme zur Folge haben. Experten rechnen mit außerordentlichen Reaktionen der Märkte.
Banken schmieden Notfallpläne, Unternehmen und Ministerien bereiten sich auf einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone vor und hochrangige Politiker halten sich für Krisengespräche bereit. Derzeit ist man den Griechen noch gut gewogen und will den Grexit verhindern. Nicht tolerierbar ist allerdings die Ankündigung von Alexis Tsipras, Chef der Syriza, Gläubigerzahlungen einzustellen. Für Sonntagabend ist eine Telefonkonferenz der EU-Finanzminister geplant, um über den Wahlausgang zu beratschlagen.
Sollten die Griechen zur Drachme zurückkehren, muss sich die Finanzwelt mit vielen offenen Fragen beschäftigen. Welche Mechanismen treten in Kraft, sollten die Märkte am Montag einbrechen? Welche Ratschläge erteilt man investitionsfreudigen Kunden? Mit welchen außergewöhnlichen Belastungen im Zahlungsverkehr ist zu rechnen, wenn Griechenland die Euro-Zone verlässt?
Doch nicht nur die Finanzwelt ächzt unter der Last Griechenlands. Vor allem die Bürger leiden unter der extremem wirtschaftlichen Lage. Patienten erhalten ihre dringend benötigen Medikamente nicht mehr, da sie sie nicht bezahlen können. Die Krankenversicherungen können die Zuzahlungen nicht mehr leisten, da sie pleite sind.
Expertenangaben zur Folge, wird täglich Geld aus Griechenland abgezogen. Die Transfers, Abbuchungen und Abhebungen belaufen sich pro Tag auf etwa 500 bis 800 Millionen Euro. Es existieren Banken, die ihre Bankautomaten abschalten oder ihre Filialen schließen, so dass kein Kunde Geld abheben kann. Der neue Deutsche-Bank-Ko-Chefs Anshu Jain warnte vor den Auswirkungen der Griechenland-Krise nicht nur auf Europa, sondern auf die ganze Welt.
Griechenland befindet sich seit nunmehr vier Jahren in der Rezession. Im April sank die Industrieproduktion um 1,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote wuchs im ersten Quartal 2012 auf 22,6 Prozent.